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Lang ist die Geschichte der evangelischen Christen hier in Lechhausen und auch der Weg bis zur selbständigen Kirchengemeinde St. Markus.

 

Vorgeschichte

Erst ab November 1800 war es überhaupt möglich, dass sich nichtkatholische Christen überall im Königreich Bayern niederlassen konnten. Das Religionsedikt vom 10.1.1803 stellte die drei christlichen Konfessionen – Katholiken / Lutheraner / Reformierte – völlig gleichberechtigt nebeneinander. Ab diesem Zeitpunkt war dann auch das „Evangelisch-Sein“ in Lechhausen möglich. Etwa 200 Evangelische lebten  in  Lechhausen,  als durch königliche  Entschließung  vom 18.11.1841 deren seelsorgerliche Betreuung durch den 2. Pfarrer von St. Jakob verkündet wurde. Am Gottesdienst nahm man in der Kirche von St. Jakobs teil. Durch Ministerialerlass im Jahre 1881 wurde – nachdem sich die Zahl der Evangelischen schon auf mehr als 1200 erhöht hatte, die „Filialgemeinde Lechhausen“, gehörend zur Pfarrei St. Jakob, errichtet.

 

Langer Weg zur Selbständigkeit

Doch der Weg zur eigenen selbständigen Pfarrei war noch lang. 1909 wurde aufgrund unüberwindbarer Schwierigkeiten ein Gesuch abgelehnt, die bisherige 2. Pfarrstelle von St. Jakob nach Lechhausen zu verlegen, wo zu dieser Zeit immerhin schon 2000 Gemeindeglieder lebten. Die Verlegung gelang erst 1921, als das neue Pfarrhaus Blücherstraße / Yorckstraße bezugsfertig war. 1928 wurde ein erneuter Vorstoß zur Errichtung einer eigenständigen Kirchengemeinde St. Markus im Landeskirchenrat in München als „dringliches Bedürfnis“ angesehen und befürwortet. Die Geburtsstunde der heutigen evangelisch–lutherischen Kirchengemeinde  schlug  dann  am 12.3.1929,  als mit Entschließung des Landeskirchenrates vom gleichen Tag die selbständige  Pfarrei  St. Markus  unter  Loslösung  von der Pfarrei St. Jakob gegründet wurde. Die bisherige 2. Pfarrstelle St. Jakob wurde aufgelöst und nach St. Markus verlegt.

 

80 Jahre St. Markus

Die Markus-Kirche wurde in Lechhausen bereits am 9. Oktober 1898 geweiht,  somit hatte  die  Kirchengemeinde bei ihrer Gründung bereits eine eigene Kirche. Um 1930 herum wurde sie erstmals renoviert. Auch eine Kinderbewahranstalt – heute Kindertagesstätte - gab es bereits seit dem Jahre 1897. Schon ab 1921 stand ein Pfarrhaus – vormals das Wirtshaus „Drei Rosen“ - zur Verfügung. Der angrenzende Wirtshaussaal konnte dabei als Gemeindesaal umgestaltet und 1931 gründlich renoviert werden. Eigentümer des Saals war damals der Evangelische Verein Augsburg-Lechhausen e.V. (früherer Name der heutigen Diakonie Sozialstation Augsburg-Lechhausen e.V.), der 1939 das Eigentum auf die Kirchenstiftung St. Markus überleitete, um einer Enteignung des Vereinsbesitzes durch die Nationalsozialisten zu umgehen.

 

Wer kennt die Markus-Klause

Ein heute vielfach vergessenes „Bauwerk“ der Kirchengemeinde stellte die Markus-Klause dar, die 1933 auf einem angepachteten Grundstück in Wulfertshausen mit viel Eigenleistung erstellt wurde. Es handelte sich um ein Freizeitenhaus, das für die Gruppen der Kirchengemeinde für Tagungen, Schulungen aber auch zu Spiel und Sport diente. Auch dem Kindergarten stand es zur Verfügung. In der Kriegs- und Nachkriegszeit wurde die Markus-Klause mit 7 Flüchtlingen belegt. Leider musste 1953 die Markus-Klause im Zusammenhang mit einem Wechsel des Grundstückseigentümers und Auslaufen des Pachtvertrages aufgegeben werden.

 

Viele Renovierungen waren nötig

Bombenangriffe während des II. Weltkrieges brachten auch große Zerstörungen für St. Markus mit sich. Das Kindergartengebäude sank in Schutt und Asche, ein großer Blindgänger lag im Gemeindesaal und die Kirche war verwüstet. Viel Energie wurde in die Beseitigung der Kriegsschäden investiert. Am 1.12.1963 verstummte die auf dem Dachreiter der Kirche verbliebene Glocke. Der kleine Glockenturm, in dem sie hing, musste aus Sicherheitsgründen abgebaut werden. 1971 wurde ein einfacher Glockenträger errichtet. 1977/78 stand erneut eine grundlegende Renovierung der Kirche an. 1980 war der Um- und Neubau des Gemeinde- und Jugendhauses abgeschlossen. 1985 und 1986 erfolgte der Ausbau des Kindergartens und des Horts sowie der Sozialstation. 1995 wurde die Orgel renoviert. 1998 bekam die Markus-kirche innen einen neuen Anstrich. Im Zuge des Pfarrwechsels von Pfarrer Bezzel auf Dr. Sokol wurde die Pfarrwohnung und das Pfarramt in 2002/2003 generalsaniert.

 

Brandschutz und Kirchendach

Brandschutzmaßnahmen, die Sanierung der Terrasse der KITA und der Neubau der Einfahrt von der Yorckstraße her, bildeten den Schwerpunkt der Maßnahmen in den Jahren 2007/2008. Das Dach der Markuskirche wird inzwischen altersschwach, dies wird die nächste große Sanierung darstellen, die auf die Kirchengemeinde zukommt. Zur Mithilfe bei der Finanzierung wurde der Förderverein fundamentum gegründet.

 

Die Pfarrer der Kirchengemeinde

Nur fünf Pfarrer kennt die Geschichte der selbständigen Kirchengemeinde St. Markus, mit ihren heute mehr als 3300 Gemeindemitgliedern.  Pfarrer  Ludwig  Bullemer  war von 1929 – 1937 im Amt. Im folgte Pfarrer Hermann Schlier bis zum Jahre 1968. Dann übernahm  Pfarrer  Dr. Gottfried Egg bis 1972 die Kirchengemeinde. Bis 2002 war dann knapp 30 Jahre lang Pfarrer Jürgen    Bezzel  hier   aktiv  und   seither   führt   Pfarrer Dr. Bernhard Sokol die Gemeinde. 1998 konnte die Markuskirche  ihr  100-jähriges Bestehen feiern. Der inzwischen  leider  verstorbene   damalige   Landesbischof Dr. Hermann v. Loewenich hielt die Festpredigt.  Inzwischen ist die Kirche schon 111 Jahre alt.

 

St. Markus und seine „Töchter“

Nach Abtrennung der selbständig gewordenen Kirchengemeinden St. Lukas im Jahre 1966 und St. Petrus im Jahre 1969 aus dem einstigen Gemeindegebiet umfasst die heutige Kirchengemeinde die Stadtbezirke Lech-hausen-Süd und Lechhausen-Ost.

 

Heutige Aktivitäten

Dank vielem Engagement von Pfarrern, Vikaren, Diakonen, Haupt- und nebenamtlichen Kräften und vielen ehrenamtlichen Helfern ist St. Markus heute eine sehr lebendige Kirchengemeinde.ElternKind-Gruppen, Jugendliche, Senioren, Frauen- und Männerarbeit, Musik in vielen Variationen, Töpfern und Teakwondo ist hier ebenso fest verwurzelt wie die Bücherei, der Kindergarten und der Hort sowie die Sozialstation.

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